Regeln für zärtliche Personen. 269
wohne«, das im Sommer luftig, und im Winterder Sonne gut ausgesetzt ist. Auch muß derSchwächliche die Mittagshitze, so wie die Morgen-und kalte Adcndluft, wie denn auch alle Arten derDünsie, meiden. Der zu sehr der iektüre und demNachdenken ergebene Mann muß nicht sogleich nachder Mahlzeit seine gelehrten: Arbeiten wieder vor-»nehmen; und auch der Geschäftsführer und Staats-mann, muß sich gewisse Stunden für die Erhaltungseiner'Gesundheit vorbehalten, und sich alle Tage vorTische einer schicklichen ieibesübung bedienen; z. B.er kann laut lesen, odereine Art von leichtem Ball-spiel unternehmen, oder spatzieren gehen, doch muß erniemals die Bewegung weiter treiben, als bis er sichgut erwärmt, und nur in ganz gelinden Schweiß ge»sehr oder ein wenig ermüdet findet; dieß aber ist dieGrenze, die er nicht überschreiten muß.
Große Mahlzeiten bekommen einem Schwächt!«chen allzeit übel. Eingemachte Früchte und andreDelikatesten sind aus zweierlei Ursachen gefährlich :erstlich, weil sie anreizen mehr zu essen, als geschehensollte, und hernach, weil diese Dinge schwer zu vcr«hauen sind.
Gelehrte oder Studierende sollten hauptsächlichdarauf sehen, daß sie, jemehr sie von ihren Arbeitenbei irgend einer Gelegenheit ermüdet worden sind,desto mehr sich hinterher der Mäßigkeit in ihrerDiät befleißigten; und ja nicht zu solcher Zeit harte
oder