Unzuverlaßigkeit der Heilkunde. 95
Siebentes Hauptstück.
Dürfen wir denn also essen und trinken, so vieluns beliebt? Keineswegcs: man muß gleichwohlder Eßlusi einige Grenzen setzen.
Die Regel, die uns Galen gegeben hat, miteiner »och kleinen, Eßlusi vom Tische aufzustchen,scheint der Vernunft völlig angemessen zu seyn. Esmuß immer im Magen ein wenig Raum gelassen wer-»den, und einige Eßlusi, zurückbleiben, eben nicht inder Maaße, daß es bis zum Schmerz und Mißoer»gnügen geht, sondern so, daß es die freien Verrich-tungen des Körpers und des Geistes gestattet. Dießist das wahre charakteristische Kennzeichen, daß wirdie Mittelsiraße getroffen und der Natur keine Ge-walt angethan haben. Derjenige, der nach derMahlzeit keine Müdigkeit, sonderneben die ieichtig«keit in seinen Gliedern, als wie vor Tische, empfindet,und in seinen Gemüthskräften und Sinnen eben soungestöhrt ist, als er es war, eh' er sich zu Tischesetzte, kann auch sicher seyn, daß er die Grenzen derNatur nicht überschritten hat.
Allein natürlicher Weise muß man das Gegen»theil von demjenigen glauben, der nach der Mahl-zeit sich zu allen Geschäften verdrossen und unfähigfühlt.
Celsus indessen ist weit gefälliger, indem er an»räth, zu Zeiten in unsrer Diät eine kleine Ausschwei,
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