Druckschrift 
Diätetik vorzüglich für Studierende
Seite
75
Einzelbild herunterladen
 

Unzuverläßigkeit der Heilkunde. ?5

trist. Aller Wein z. B. ist von der nämlichen Art,doch ist der eine süße, der andre sauer, der drittescharf, und mit dem Geruch ist esl wie mit dem Ge-schmack; der eine ist schwacher, der andre stärker.Und so findet man den nämlichen Unterschied in allenFleischspeisen, wie auch in den Gerichten, die manaus dem Pflanzenreiche nimmt, nur können wir dendarin liegenden Unterschied wegen der Unvollkom»menheit unsrer Sinne nicht so leicht entdecken. Ebendaher kann es kommen, wie es denn wirklich sich auchso verhält, daß eine Art Wein der einen Person gutbekömmt, welche einer andern Beschwerung macht.Diesem Schafe kann gerade diese Art von Kräuterngute Nahrung geben, und andre würden seiner Na»tur schaden.

Ueberdieß können wir auch noch dieses hinzufü»gen, daß das nämliche Nahrungsmittel, ohne denmindesten Unterschied, zu einer gewissen Zeit einer undeben derselbigen Person zuträglich und zu einer andernschädlich seyn kann. Dieß kann nun entweder von demUnterschiede der Jahreszeiten, der Verschiedenheitder Temperatur der iuft, dem verschiednen Klima,in welches sich der Mensch begeben hat, oder auchvon seinem Alter herrühren.

Hippokrates führt alle diese Ursachen in sei'nem dritten Buch über die Diät an,' wo er zwarnur die Unmöglichkeil, die Menge unsrer Nahrungs»Mittel unsrer Bewegung gemäß einzurichten, zeigt,doch aber auch mit seinen Gründen strenge beweißt,