Unzuverlaßigkeit der Heilkunde. 51
ler, und giebt den praktischen Aerzten den Rath,sparsamer in Verschreibung der Heilmittel zu seyn/und der Natur ein größeres Vertrauen zu schenken;indem es ein starker Irrthum wäre, daß sie stets zuihren Verrichtungen Kunsthülfe nöthig hatte.
Allein man muß auch bedenken, daß an einer sounedlen oder übelberufenen Aufführung der Aerztenickt sowohl diese, als vielmehr die Kranken dengrößten Antheil haben, welche stets, ihre Zufälle zulindern, etwas verschrieben haben wollen. Dieß könn»te man wohl mit Rechte für den größten Irrthum derUnkundigen in der Medicin halten. Gemeiniglichscheint dem me^icinischen iaien derjenige Arzt derbeste, der die meisten Recepte verschreibt; und wenner a»ck im Eifer der Kunst unh seines Verfahrens,den Patienten dem Grabe überliefert hat, so s.igt mandoch, der Doktor hat alles gethan, was nur dieKunst vermochte, und durch Arzneimittel ihmzu thunmöglich war, da doch im Gegentheil alles geschahe,was nur immer die größte Dummheit und Unwissen«heit, oder die strafbarste Nachgiebigkeit an die Handgeben konnte.
leonhard Botallus, leibarztHeinrichsdes Dritten, Königs in Frankreich, sagt mit aus»drücklichen Worten, daß die allzunachqedenden und zu«gefalligen Aerzte unter allen die gefährlichsten waren.
Diejenigen, welche die kritischen Tage vertheil)!«
gen, können nichts auf diesen Einwurf, daß die Er-
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