Unzuverlaßigkeit der Heilkunde. 49
wir überzeugt, daß uns weder Kaffee, noch Theein krankhaften Umständen viel helfen kann. Selbstdie berühmtesten Mittel haben ihre Widersacher.Wir wissen, wieviele wider die eingenommen sind,und Fernelius verschrie das Quecksilber, wiewohlohne Grund, indem doch alle Welt die besondreKraft dieses mächtigen Minerals bemerkt hat.
Zu dieser Ungewißheit in der Arzneiwissenschaftwegen der so verschiednen Meinungen kömmt auchnoch die mit der Mode immer neue Verändrung hin»zu, welche nicht weniger Macht über die Heilkunde,als über unsre Art der Kleidung hat. Indeß abergewisse Mittel i!.ren Ruf verlieren, werten andre be»rühmt. Der Medicin widerfährt eben das, waswir von Eroberungen Alexander's lesen: denn,so wie dieser Held neue Provinzen sich unterwarf, soverlor er die, welche er hinter sich gelassen hatte.Alle Mittel sind bei ihrer ersten Entdekkung berühmtgewesen : denn eben daher kommen ihre herrlichenBenennungen, wie z.B. das Englische Wasser, dergoldne Iulep, und noch andre von ähnlicher Art.Allein heut' zu Tage darf weder der goldne Iulep,noch das Englische Wasser, noch dürfen die Pillen,Panaceen und alle die andern Bereitungen, welchendas Quecksilber mit seiner Wirksamkeit Ruf gegebenhat, ihr Haupt vor dem Englischen Salze en'por he.ben, welches ich doch wegen der sogar großen Gelin-digkeit seiner purgirenden Wirkung für ein ungewissesMittel halte. Indeß aber werden dies, und noch
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