Unzuverläßigkeit der Heilkunde. 4)
zwei Monate. Ich glaubte nebst meinen Aerzten,diese Anfalle würden von einer großen Menge ange-sammelter unreinen Safte verursacht, und es müßtendalM Purgiermittel unumgänglich nothwendig ge-braucht werden. Allein ich kann versichern, daßdiese mir nie die mindesten Dienste thaten, ob ichgleich sieben Jahr hindurch alle Arten von abführen»den Mitteln brauchte, indem ich in Rücksicht auf ih»re Arten und Gaben mancherlei Verändrungen mach-te. Eben dasselbe kann ich auch in Ansehung derbeobachteten Diät sagen. Nach einer gewissen Zeitaber endigte sich die Krankheit durch kleine Pustelnoder Blattern, die an verschiednen Theilen meinesKörpers durchbrachen. Indem ich über diese wie-derholten Erfahrungen nachdenke, so scheint es mir,als wenn viele von unsern Krankheiten nur von einemkleinen Theile schädlichen Stoss herrührten, der mitunserm Körperbau durchwebt, oder doch sehr tief indemselben versteckt wäre, oder als wenn dieser Stofaus andern Ursachen, die ich nicht angeben kann, vonder Wirksamkeit der Pnrgiermittel nicbt erreicht wer-den könnte, sondern blos dem Willen der Natur ge-horchte, welche dann ihre festgesetzte Zeit hält, ihnauszutreiben, ohne daß die in den Apotheken befind-lichen Rcizungsmittel den lauf der Krankheit zu be.?schleunigen vermögen.
Ist aber endlich nur einmal der rechte Zeitpunkteingetreten, so siegt die Natur über ihren Feind, derzwar klein von Gestalt, stark aber an Kräften ist,
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