Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
Seite
170
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170 Der Krieg von Caros.der Ferne; und strecken ihre alte Bäume im Win-de. Dort sassen die Krieger von Caros, siefuhren über den Strom, bey der Nacht. Sieerschienen zum blassen Lichte des Morgens, wieStämme veralteter Fichten. Oscar stand, beydem Grab', und hob dreymal seine schreckbareStimme. Die wiegenden Hügel schallten herum;die verschenchten Rehe sprangen hinweg: und diebebenden Geister der Todten, flohn winselnd anihren Wolken. So schreckbar war die Stimmemeines Sohns, da er seine Freunde berief!Tausend Speere stiegen um ihn; dasVolk von Caros erhob sich. Warum, Tochtervon Toscar, warum diese Thräne? Mein Sohn,obwohl einsam, ist tapfer. Oscar gleicht demStrahle des Himmels, er wendt sich, und Völ-ker erliegen. Seine Rechte ist der Arm einesGeists, wenn er ihn von einer Wolke ausstreckt;das übrige seiner dünnen Gestalt ist unsichtbar,aber das Volk stirbt in dem Thal'! Mein Sohnerblickte die Ankunft des Feinds! er stand in derschweigenden Hülle seiner Kraft. " Bin ich al-lein, " sagte Oscar, "von tausend Feinden um-ringt? Dort wimmeln zahlreiche Speere! manchdunkelwälzendes Aug! Soll ich nach Ardven ent-flieh'n? Aber floh'n je meine Väter? In tausendSchlachten sah man das Zeichen ihres Arms.Auch Oscar soll Ruhm sich erwerben! Kommt,ihr dämmernden Geister meiner Väter, beschautmeine Thaten im Krieg'! Ich kann fallen; aberRuhm werd ich mir erwerben, wie das Geschlechtdes hallenden Morven. Er stand, und wuchs