Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
Seite
153
Einzelbild herunterladen
 

Ein Gedicht.153Er stand mit seinem Heer' an einem Hügel. Sieglichen von Donner zerschmetterten Felsen, wennBlitze ihre entblätterten Bäume versengten, unddie Ströme ihrer Klüsten versiegten. Vor demdüstern Feind wälzte sich Teuthas Strom in sei-nem Stolz'. Ich schickte einen Barden zu Dun-thalmo, ihm den Kampf an der Eb'ne zu bie-ten. Aber er lächelte in seinem finstern Stolz'Am Hügel schritt sein unstätes Heer; wie dieWolke des Bergs, wenn der Sturm in ihrenBusen gedrungen, und die gekräuselten Schatten,auf jeglicher Seite zerstreut.Zu Teuthas Ufern führten sie Colmar,mit tausend Riemen gebunden. Der Führer isttraurig, doch stattlich. Sein Blick ist auf seineFreunde gekehrt; denn wir standen, in Waffen,da Teuthas Ströme zwischen uns rollten. Dun-thalmo, kam mit seinem Speer', und durch-drang die Seite des Helden; er wälzte sich inseinem Blut', an dem Ufer. Wir hörten seingebrochenes Röcheln. Calthon stürzte sich in denStrom: ich sprang an meinem Speere voran.Vor uns erlag' Teuthas Geschlecht. Die Nachtstieg' rollend herab. An einem Felsen ruhte Dun-thalmo, in der Mitte eines veralteten Walds.Gegen den edlen Calthon, entbrannte der ZornſeinesK 5Warum hebst du den Grabstein, o Bard! war-um sperrst du die enge Behausung. Schwer sindMingalas Augen, o Bard! Sie muß ruhn mir Dargo.Jüngst hört' ich fröliche Lieder, in Larthoslustiger Halle. Aber Schweigen herrscht um mein Bett.Mingala ruht mit Dargo.