Ein Gedicht.135sie gossen ihre brennenden Seelen heraus, und dieSayten erschollen zu ihren Stimmen. Die Freu-I 4haben. Die Geschichte ist, wie folgt. Fünf Bardendie die Nacht im Schloß eines Gebieters, der selberein Dichter war, zubrachten, giengen nacheinander,ihre Bemerkungen über die Nacht zu machen, und ka-men mit einer plötzlichen Beschreibung zurück. Es wa-re eine Nacht im Oktober, wie es aus dem Gedichterhellt, und in Nordschottland. Sie hat alle die Verän-derungen, die die Barden in ihren Beschreibungen ihrzueignen.Erſter Barde.Die Nacht ist dumpfig, und finster. An denZügeln ruhn die Wolken. Kein Stern mit grün zit-terndem Strahl; kein Mond schaut durch die Luft. ImWalde hor' ich den Zauch; aber ich hör' ihn weit inder Ferne. Der Strom des Thals erbraust; aber seinBrausen ist störrisch und trüb. Vom Baum' beym Gra-be der Todten, hört man die lang krächzende Eul.An der Eb'ne erblick' ich eine dämmernde Bildung! esist ein Geist! er schwindet, er flieht. Durch diesen Wegwird eine Leiche getragen: ihren Pfad bezeichnet dasLuftbild. Der fernere Dogg heult von der Zuͤtte desZügels. Der Hirsch liegt am Moose des Bergs: nebenihm ruht die Hindin. In seinem astigten Geweihhört sie den Wind; fährt auf, legt sich wieder zurRuhe.Der Rebbock liegt in der Kluft des Felsen. DerAuerhabnekopf unter seinem Flügel. Kein Thier, keinVogel streift umher, ausser der Eul, und dem beulendenFuchs.
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