Croma.132Ich reichte dem König meinen Arm; erfühlte ihn mit seinen veralteten Händen. DerSeufzer stieg' in seiner Brust, und es stossen sei-ne Thränen. "Stark biſt du, mein Sohn“,sagte er, " aber nicht, wie der König von Mor-ven! Aber wer unter den Mächtigen im Krieg',ist jenem Helden vergleichbar! Man laß die Mahl-zeit meiner Halle ausbreiten; laß meine BardenGesänge erheben. Groß ist jener, ihr Söhne deshallenden Croma! der itzt in meinen Mauernsich findt.“ Man breitet das Mahl aus. DieHarfe wird vernommen; und Freude herrscht inder Halle. Aber es war Freude, die Seufzerbedeckte, die dunkel jeglichen Busen bewohnte.Es war, wie der schwache Strahl des Mondsüber eine Wolke, im Himmel verbreitet. End-lich verstummte die Musik, und Cromas veral-teter König begann'; er begann' ohne Zähren,aber Wehmuth schwoll in der Mitte seiner Stim-me.Fingals Erzeugter, erblickst du nichtCrothars finstere Freude? Meine Seele war nichtbeym Mahle betrübt, so lang mein Volk nochgelebt. Ich frolockte beym Anblick' der Fremden,da mein Sohn in der Halle erglänzte. Aber,Ossian, er ist ein geschiedener Strahl, er ließkeinen Streif von Licht hinter sich. Er ist, o Er-zeugter von Fingal, in den Kriegen seines Vatersgefallen. Rothmar, der Führer des graſigtenTromlo, vernahm den Verlust meiner Augen;er vernahm' die Aufhängung meiner Waffen inder Halle, und der Stolz seiner Seele erhob sich!Er rückte gen Croma heran; vor ihm stürztemein.
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