Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
Seite
119
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Ein Gedicht.119er Duthlathmons Thürne bestieg'. Die Thoreständen offen und düster. Winde brausten in derHalle. Die Bäume bestreuten die Schwelle mitLaub; das Sausen der Nacht herrschte herum.Bey einem Felsen saß Mornis Erzeugter, trau-rig und schweigend. Für das Mädchen bebteseine Seele; er wußt' aber nicht, wohin er seinenLauf sollte kehren! Der Sohn von Leth (*)stand in der Ferne, und vernahm den Wind inseinen buschigten Locken. Er hob aber nicht seineStimme, denn er sah das Leiden von Gaul!Der Schlaf stieg an den Helden herab.Es hoben sich die Bilder der Nacht. Oithonastand, in einem Traum, vor den Augen von Mor-nis Erzeugtem. Ihre Locken waren los und ver-worren: tief rollte in Thränen ihr liebliches Aug.Blut färbte ihren schneeweisen Arm. Halb ver-barg' ihr Kleid die Wund ihrer Brust. Siestand über dem Führer, ihre Stimme wardschwächlich vernommen. " Schläft Mornis Er-zeugter, der so lieblich in Oithonas Augen er-schien? Schläft Gaul, beym entfernten Felsen,da Muaths Tochter erliegt? Das Meer umfließtdie düstere Insel Tromathons. Ich sitz' inmeinen Thränen in der Höhle! aber dort sitzich nicht einsam, o Gaul! Der finstre FührervonH 4(*) Morlo, Sohn von Leth, einer der berühmtestenHelden von Fingal. Er und drey andre Kriegerbegleiteten Gaul in seinem Zug nach Tromathon.