86Carthon.lich ist dein jugendlich Gesicht! sanft deine rol-lenden Haare! Aber dieser Baum kann fallen, undsein Gedächtniß vergehn! Die Tochter des Frem-den wird trauren, beym Anblick' des brausendenMeers: die Kinder werden sagen, “Wir sehenein Schif; vielleicht ist's jenes des Königs Bal-cluthas. Die Thränen fließen aus den Augenihrer Mutter; sie denkt an den, der in Mor-ven itzt schläft!Dieß waren die Worte des Königs, daUllin dem mächtigen Carthon sich nahte: Erwarf seinen Speer vor ihm nieder; und stimmtesanftmüthig die Gesänge des Friedens. Komm'von dem rollenden Meer' zum Mahle Fin-gals, o Carthon! theil' die Mahlzeit des Kö-nigs, oder heb' die Lanze des Kriegs! Die Gei-ster unserer Feinde sind zahlreich: berühmt abersind die Freunde von Morven! Sieh' jenesFeld, o Carthon! manch grüner Hügel hebet sichdort, mit mooßigten Steinen und rauschendemGraß': dies sind die Gräber der Feinde von Fin-gal, die Söhne des rollenden Meers!Sprichst du mit den Schwachen inWaffen!" sagt Carthon, "O Barde des wal-digten Morven? Erblaßt mein Antlitz aus Furcht,o Sohn des Frieden=Gesangs? Warum denkst dudenn meine Seele zu verdunkeln, mit Erzählun-gen derer, die fielen? Mein Arm hat in Schlach-ten gefochten; mein Ruhm ist in der Weite be-kannt. Geh' zu den Schwachen in Waffen, sagihnen, Fingal zu weichen. Hab ich nicht dasge-
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