Ein Gedicht.83nigs zu hören, sie war wie die Musik der Har-fen, im Winde des Frühlings. Liebreich warendeine Gedanken, o Fingal! warum hatte nichtOssian die Kraft deiner Seele? Aber, o Vater!du stehst allein, wer kann dem König' von Sel-ma gleich seyn?Die Nacht gieng vorüber in Geſängen;der Morgen kehrte in Freuden zurück. Die Ber-ge zeigten ihre grauen Häupter; das blaue Ant-litz des Occans lächelte. Man sieht die weißenWellen den entfernten Felsen umrollen; ein Ne-bel stieg langsam aus der See. Er fuhr in derGestalt eines Greisen längs der schweigendenEb'ne. Seine breiten Glieder bewegten sich nichtmit Schritten; denn ein Geist unterstützte ihnin der Mitte der Luft. Er rückte voran gegenSelmas Halle, und zerfloß in Blut.Der König allein vernahm' das Gesicht;er ſahvoraus den Tod seines Volks. Er kamin der Stille zu seiner Halle; und haschte seinesVaters Speer. Die Rüstung rasselte auf seinerBrust. Die Helden stiegen herum. Sie schau-ten in der Stille einer auf den andern, aufmerk-sam auf die Augen von Fingal. Sie sahnSchlachten in seinem Antlitz': den Tod der Heereauf seinem Speer'. Tausend Schilde hoben sichplötzlich an ihren Armen, sie zuͤckten tauſendSchwerter heraus. Ringsum schimmerten dieHallen von Selma. Das Geprassel der Waffensteigt. Die grauen Doggen heulen aus ihrenLagern. Kein Wort wird unter den mächtigenFührernF 2
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