Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
Seite
81
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Ein Gedicht31blaue Meer. Moina floh' zu dem Ufer, ihrrothes Aug rollte in Thränen, der Wind braustein ihren vernachläßigten Haaren; ich hörte ihrwehmüthiges und entferntes Geschrey. Oeftersdrehte ich mein Schif herum! Aber mein Vor-haben wurde vom Winde des Aufgangs zer-nichtet. Seit dem hab ich weder Clutha,noch Moina mit ihren schwarzbraunen Locken ge-sehn; sie starb in Balclutha, denn ich habeihren Geist gesehn. Ich kannte sie, da sie durchdie dunkle Nacht längs dem Rauschen von Loraheranschwebte: Sie war wie der Neu=Mond, denman durch den versammelten Nebel erblickt: dadie Luft ihren flockigten Schnee herabschießt, unddie Welt in Stille und Dunkelheit liegt.Hebt, (*) ihr Barden, sagte der mächtigeFingal, erhebt das Lob der unglückseligen Moina.Ruft ihren Geist, mit euren Gesängen, zu unsernHügeln; damit sie ruhe bey den Schönen von Mor-ven, den Sonnenstrahlen verfloßener Zeiten,der(*) Der Titul dieses Gedichts im Originale ist Duanna nladi, d. i. Gedicht der Hymnen, vermuthlichwegen seiner vielen Abweichungen. Welche alle, wiedieses Lied Fingals im Lyrischen Maaße sind. Fin-gal wird von den irländischen Geschichtschreibern we-gen seiner gesetzgeberischen Klugheit, seines poetischenGeistes und der Vorsehung künftiger Dinge berühmt. OFlaherti sagt so gar, daß Fingals Gesetze noch zu sei-nen Zeiten vorhanden gewesen.