Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
Seite
79
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Ein Gedicht.79Erzehl', sagte der mächtige Fingal, dieGeschichte deiner jugendlichen Tage. Wehmuth,wie eine Wolke, die die Sonne bedeckt, über-schattet Classammors Seele. Traurig sind deineeinsamen Gedanken, an den Ufern des rauschen-den Lora. Erzehl' uns die Wehmuth deiner Ju-gend, die Betrübniß deiner Tage:Es war' in den Tagen des Friedens,antwortete der mächtige Classammor, "Ich se-gelte nach den Mauern Balcluthas, (*) mitThürnen bekränzt; die Winde braußten hinter mei-ne Segel, und die Ströme von (**) Cluthaempsiengen mein schwarzbusigtes Schif. DreyTage blieb ich in Reuthamirs Hallen, und sahseine Tochter, diesen Strahl des Lichts. DieFreude der Muscheln goß sich herum, und deralte Held gab mir die Schöne. Ihr Busen warweiß, wie Schaum auf den Wellen, ihre Augenwie Sterne des Lichts; ihr Haar schwarz wie derFlügel des Raben, ihre Seele großmüthig undmild. Meine Liebe zur Moina war groß: meinHerz zerfloß in Freuden.Der(*) Balclutha, die Stadt Clyde, vermuthlich das Al-clut von Bede.(**) Clutha oder Cluäth. Der Gallische Name des Flußses Clyde. Das Wort bedeutet, schlängelnd, wegenseiner Anspielung auf den schlängligten Lauf dieses Flußes-Von Clutha kommt der Lateinische Name Glotta.