Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
Seite
71
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Ein Gedicht.71eine Eiche, die dem Wind', mit ihrem hohenHaupte, begegnet. Aber sie ist itzo aus der Er-de gerissen. Wer soll die Stelle Connals ver-treten? Hier war' das Rasseln der Waffen; hierdas Wimmern der Sterbenden. O Connal!blutig sind die Kriege von Fingal! hier ist derOrt, wo du sankst. Dein Arm war, wie einSturm; dein Schwert, wie ein Strahl des Him-mels; deine Länge, ein Fels auf der Eb'ne; bei-ne Augen, eine feurige Schmiede. Deine Stim-me war lauter, als ein Sturm, in den Schlach-ten deines Stahls. Krieger stürzten unter dei-nem Schwert, wie Disteln unter dem Stab' ei-nes Jünglings. Der mächtige Dargo schwangsich voran, verfinstert in seiner Wut. Seine Aug-braunen zogen sich im Zorn' zusammen. SeineAugen gleichen zwoen Höhlen im Felsen. Hochblitzten auf jeglicher Seite die Schwerter; lautwar der Klang ihres Stahls.Rinvals Tochter war nah; Crimoraſchimmernd in männlicher Rüſtung; Ihr gelbesHaar slog' los hinter ihr, ihre Rechte hielt' denBogen. sie folgte dem Jüngling zum Krieg',Connal, ihrem Geliebten; sie druckte den Bogenauf Dargo, aber irrend durchdrang' sie ihrenConnal. Er stürzt, wie eine Eiche auf derEb'ne; wie ein Fels vom rauhen Hügel herab.Was soll das unglückliche Mädchen verrichten?Er blutet; Ihr Connal stirbt! Sie schreyt dieganze Nacht und den Tag, "O Connal, meinLiebster, mein Freund! Für Schmerz stirbt diewehmüthige Traurende! Hier schließt die Erde insich, das lieblichste Paar vom Hügel. Das GraßwächstE 4