Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
Seite
72
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Carric=Thura.wächst zwischen den Steinen des Grabs; oft sitztich im traurigen Schatten. Der Wind seufztdurch das Graß; ihr Gedächtniß stürzt auf meinGemüth. Ihr schlaft itzt ungestöhrt beysammen!im Grab' des Gebirgs ruht ihr allein!Und sanft sey ihre Ruh, sagt' Utha, ihrunglücklichen Kinder der Ströme von Lotha!Ihrer will ich mich erinnern mit Thränen, undmein geheimes Lied soll sich heben; wenn derWind in Toras Haynen erbranst, wenn derStrom in der Ferne nicht rauscht. Dann sollensie in meiner Seele, mit all ihrer reitzenden Weh-muth aufsteigen!Drey Tage genossen die Könige das Mahl:am vierten empörten sie ihre weißlichten Segel.Die Winde des Nords trieben Fingal, zu Mor-vens waldigtem Land'. Aber hinter den Schiffenvon Frothal, saß in seiner Wolke Lodas Ge-spenst. Es neigte sich vorwärts mit all seinenWinden, und spannte die weißbusigten Segel hin-aus. Es vergaß nicht die Wunden seiner Bil-dung; die Rechte des Königs ſcheute es noch. (E.(*) Die Geschichte Fingals, und des Geistes von Loda istdie ausschweifendste Erdichtung in Ossians Gedichten.Doch findet man ähnliche Beyspiele in den besten Dich-tern; so viel muß man Ossiantzugeben, daß er nichtssagt, was sich nicht mit den Zeit=Begriffen von den Gei-stern vollkommen verträgt. Man glaubte, die Seelen derVerstorbenen seyen Materialisch, und folglich verletzbar.Ob hieraus ein Beweiß kann gezogen werden, daß Ossiankeinen Begrif der Gottheit gehabt habe, laß ich andere be-stimmen. Wenigstens scheint er der Meinung gewesen zuseyn, daß sich obere Weesen in die Geschäfte der Men-ſchen nicht eindrängen.Carthon.