Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
Seite
53
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Ein Gedicht.Cronnan, (*) Sohn des Gesangs! sagtUllin, Minona, zierliche Schlägerin der Har-fe! hebt die Geschichte von Shilric, den Königvon Morven zu reitzen. Laß Vinvela in ihrerSchönheit, wie der schimmernde Bogen des Re-gens, vorantreten, wenn sein liebliches Hauptauf der See wird geſeh'n, und die ſinkende Son-ne erglänzt. Sieh! o Fingal! sie kömmt; ihreStimme ist sanft, aber traurig.Vinvela.Mein Liebster ist ein Sohn des Hügels;er verfolgt die fliehenden Hirsche; seine grauenDoggen schnauben um ihn; die Senn seines Bo-gens schwirrt in dem Wind'. Ruh'st du bey derQuelle des Felsen, oder beym Rauschen des Berg-stroms? Der Schilf neigt sich im Wind', derNebel fliegt über den Hügel; ich will mich unge-seh'n ihm nah'n; ich will ihn betrachten vom Fel-sen herab. Ich sah' ihn zum erstenmal liebreich,beyD 3(*) Vermuthlich haben Cronnan, und Minona die Rol-len Shilrics, und Vinvelas vorgestellet. Ihre Na-men selbst beweisen, daß sie Sänger waren, die öffent-lich auftraten. Cronnan bedeutet, ein kläglicherTon. Minoua, oder Min-onn, sanfte Arie. Esscheint, daß alle Dramatischen Gedichte Ossians beyfeyrlichen Gelegenheiten vor Fingal aufgeführet wor-den.