erster Gesang.11Mädchen von Lulan,“ sagt' Fingal,“ weißbuſichte Tochter der Wehmuth! eine Wolke,bezeichnet mit Streiffen von Feuer, hat sich längsdeiner Seele gerollt. Schau' nicht auf den dunkelbekleideten Mond; schau' nicht auf diese Luftbil-der des Himmels. Mein blitzender Stahl, derSchrecken deiner Feinde, umgiebt dich. Er ist nichtder Stahl einer Feigen, auch nicht einer düsternSeele! Wir verschließen keine Mädchen in unsreströmichte Höhlen. (*) Sie bewegen ihre weissenArme nicht einsam. Sie neigen sich zierlich inihren Locken über die Harfen von Selma. Manhört nicht ihre Stimmen in der Wildniß. UnsereHerzen schmelzen im reitzenden Klang!“9Fingal ruckte noch weiter voran durchden Busen der Nacht, bis dahin, wo die Bäumevon Loda, in Mitte der heulenden Windeaufwallten. Drey Steine mit mooßichten Häup-tern sind dort; ein Strom mit schäumendemLauf:(*) Aus dem Unterschied, den hier Fingal zwischen sei-nem Volke, und den Einwohnern Scandinaviensangiebt, sehen wir, daß die letztern viel barbarischergewesen seyn müßen. Dieser Unterschied ist so genaudurch alle die Gedichte Ofslans beobachtet, daß mannicht zweifeln kann, er habe die wahren Sitten beiderVöller zu seiner Zeit geschildert. Am Ende von Fin-gals Rede ist ein beträchtlicher Theil des Originalsverlohren.
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