Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
209
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Ein Gedicht.209Barde verflossener Zeiten! das Schwert ruht nichtan der Seite Cuthullins; an der Ebne wird mirder Morgen begegnen, und glänzen an den blauenWaffen von Semos Erzeugtem. Aber setz' dich,o Bard! an der Heyde, laß uns deine Stimmevernehmen. Theil' die fröliche Muschel, undhorch' zu den Liedern Temoras!Dies ist nicht die Zeit versetzte derBard, "dem Lied' der Freude zu horchen: wennMächtige, wie die Kraft der Fluthen von Lego,im Kampf' sich zu Treffen bereiten. Wie bistdu so düster Slimora! (*) mit all deinen schwei-genden Wäldern! kein Stern zittert an deinemHaupt'. Kein Mondstrahl an deiner Seite. Aberdort sind Luftbilder des Tods: die grauwässrig-ten Gestalten der Geister. Wie bist du sodüster Slimora! mit all deinen schweigendenWäldern?" Er zog' sich im Klang' seines Liedeszurück. Carril begleitete seine Stimme. DieMusick glich der Erinnerung vergangener Freude.Sie reitzte, und trübte die Seele. Die Geisterverblichener Barden, horchten an der Seite Sli-moras. Längs dem Wald' ergossen sich lieblicheTöne. Es frolocken die schweigenden Thäler derNacht. So reicht zu Ossians Ohr', das Summ-ſeu der Biene des Bergs, wenn er, im Schwei-gen des Tags, im Thal' seines Haaches sich setzt.Das Lüftgen verſchlingt's in ſeinem Lauf'; aberder liebliche Schall kehrt wieder zurück! schrägschaut(*) Slia mor, großer Zügel.