Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
185
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135Ein Gedicht.Beym Windstoß' bebt ihre Seele, sie kehrt ihrOhr zu den Tritten seiner Füße. Sie hört nichtdie Tritte seiner Füße. Wo bist du, Sohnmeiner Liebe! das Rauschen des Winds, ist ummich herum, dunkel ist die wolkigte Nacht; aberNathos kehrt nicht zurück. Was hält dich,Gebieter von Etha? trafen die Feinde den Hel-den im Kampfe der Nacht?Er kehrte zurück, aber sein Antlitz war.dunkel; er hat seinen verblichenen Freund ge-sehn! es war die Mauer von Tura, dort schrittder Geist Cuthullins allein: oft stiegen die Seuf-zer seiner Brust; die erloschene Flamme seinerAugen war schreckbar; sein Speer, eine Säuledes Nebels. Die Sterne schauten trüb durch seineGestalt; seine Stimme war, wie ein hohler Windin der Kluft. Sein Aug, ein weit gesehenesLicht; er erzehlte Geschichten der Wehmuth.Traurig war Nathos Seele, wie die Sonne imTage des Nebels, wenn ihr Antlitz wässerichtund bleich ist. Warum bist du traurig, v Nathos?sagte Collas liebreiche Tochter. "Für Darthulabist du eine Säule des Lichts, Ethas Gebieterist die Freude ihrer Augen. Wo hab ich einenFreund als Nathos? mein Vater, mein Bruderist gefallen! Schweigen herrscht in Selama;Traurigkeit spreitet sich über die blauen Strömemeines Lands, mit Cormac sind meine Freundegefallen; die Mächtigen fielen in den Schlachtenvon Erin. Höri du Sohn Uſnoths! hör' Na-hos meine Erzehlung der Wehmuth-Schon