Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
145
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Sechstes Buch.145Trenmor den Mächtigen besiegte. Sie sollenseufzen mit Seufzern der Liebe, und die Längedeines Speeres bewundern, wenn ich ihn unterTausenden trage; wenn ich seine funkelnde Spitzezur Sonne erheb'.Du sollst meine Lanze nie tragensagte Morvens zorniger König. Deine Mut-ter soll dich bleich an den Ufern finden, undschauend über die dunkelblaue Tiefe, die Segeldessen erblicken, der ihren Erzeugten erschlug'Ich will die Lanze nicht heben, versetzte derJüngling, "mein Arm ist nicht von Jahren be-stärkt. Aber ich habe gelernt mit dem gefieder-ten Pfeil', einen entfernten Feind zu erlegen.Wirf deine schwere stählerne Rüstung hinweg.Trenmor ist vor Schaden bedeckt. Erst werdich meinen Panzer am Boden niederlegen: Nunwirf deinen Pfeil, du König von Morven!Er sah' ihren aufwallenden Busen. Es war dieSchwester des Königs. Sie sah' ihn in derHalle, und liebte sein jugendliches Antlitz. Tren-mors Rechte entstürzte der Speer. Er neigteſeine rothe Wange zum Boden. Sie war ihmwie ein Lichtstrahl, der den Söhnen der Höhlebegegnet; wenn sie die Felder der Sonne besuchen,und ihr schmerzvolles Aug herabbeugen!Gebieter des stürmischen Morven,begann' das Mädchen mit schneeweisen Armen,* laß mich in deinem hochsteigenden Schiffweit von Corlos Liebe verbleiben. Denn er istfür Inibaca schreckbar wie der Donner derWüste. Er liebt mich in der Dunkelheit desStol⸗