Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
146
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146Fingal.Stolzes. Er schüttelt zehntausend SpeereRuh' in Frieden, sagte der mächtige Tren-mor, "ruh' hinter dem Schild' meiner Väter.Ich will vor dem Führer nicht fliehn, wenn erauch zehntausend Speere erschüttelt?" Er wartetedrey Tage am Ufer. Er ließ sein Horn verneh-men. Corlo rief er zum Kampf', von all seinenhallenden Hügeln. Aber Corlo erschien nichtzum Kampf. Lochlins Gebieter steigt von sei-ner Halle herab. Am brüllenden Ufer genoß erdas Mahl. Er gab Trenmor das Mädchen!König von Lochlin, sprach Fingal,dein Blut fleußt in den Adern deines Feinds.In der Schlacht trafen sich unsere Väter, weilsie im Streit' der Speere frolockten. Doch oftgenossen sie das Mahl in der Halle, und gossendie Freude der Muscheln herum. Laß dein Antlitzmit Freude erglänzen, dein Ohr mit der Harfſich ergötzen. Schreckbar wie der Sturm deinesMeers, hast du deinen Muth ausgebreitet. DeineStimme war ähnlich den Stimmen von Tausen-den, wenn sie im Streite des Krieges sich men-gen. Heb' morgen deine weissen Segel im Winde, du Bruder Agandeccas! Schweigend, gleichdem Strahle des Mittags, steigt sie an meinerwehmüthigen Seele. Ich hab deine Thränen fürdie Schoͤne geſehn. Ich hab' dich in StarnosHallen verschont; da meine Klinge, mit demBlut' der Krieger sich färbte; da mein Aug fürdas Mädchen Thränen, vergoß. Oder erwähstdu den Kampf? Jener wird dir erlaubt, welchendeine Väter Trenmorn ertheilten! dann kannst dumit.