Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
135
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135Fünftes Buch.dich nicht. Oft, sitz' ich verlassen und düster beydeinem Grab', und fühl' es mit meinen Händen.Wenn ich deine Stimme zu hören vermeyn', ist'snur der vorbeygleitende Hauch. Fingal, derUeberwinder, ist schon lang in Schlummer ge-fallen!Dann saßen Gaul, und Ossian mitSwaran, an Lubars sanftgrünenden Ufern.Ich rührte die Harfe den König zu reitzen. AberSchatten bedeckten seine Stirn. Er wälzte seinflammendes Aug über Lena. Der Held betraurtesein Heer. Ich hob meine Augen zum Gipfelvon Cromla. Ich sah' den Sohn des edlen.Semo. Er zog sich traurig, und langsam vonseinem Hügel, gegen Turas einsame Höhle zu-rück. Fingaln erblickte er siegreich, und mengteFreude mit seinem Jammer. An seiner Rüstungstrahlte die Sonne. Connal schritt langsam nachihm. Sie sanken hinter den Hügel, wie zwoSäulen von nächtlichem Feuer: wenn Winde sie überdie Berge verfolgen, und die flammende Heydeerschallt. Neben einem Strom' von rauschendemSchaum', sieht man seine Höhle im Felsen. EinBaum neigt sich darüber. Gegen ihre Seite er-schallten die brausenden Winde. Hier ruht derFührer von Erin, der Sohn des edlen Semo.Er denkt an seine verlohrne Schlachten. Thrä-nen benetzen seine Wange. Er betraurte dieScheidung seines Ruhms, der wie der Nebelvon Cona entfloh'. Du bist zu weit, Brage-la, entfernt, die Seele des Helden zu er-heitern. Aber laß ihn deine ſchimmernde Bil-dung, in seinem Gemüthe erblicken: daß sei-3 4