Fünftes Buch.129ruhe sanft an der Heyde von Lena, bald wirddich Fingal erblicken. Bald wird man nicht mehrmeine Stimme vernehmen, bald nicht mehr meineTritte verspühren. Fingals Ruhm werden Bar-den besingen. Steine werden sprechen von mir.Aber, Ryno, du bist wahrlich gefallen! du hastdeinen Ruhm nicht erhalten. Ullin, tön' dieHarfe für Ryno; sag' was der Führer einst wäregeworden. Leb' wohl, du erster in jeglicherSchlacht. Ich werd deinen Pfeil nicht mehr rich-ten! dich, der du so schön warst! seh' ich nichtmehr. Leb' wohl.“ Thränen flossen an denWangen des Königs, denn schreckbar war seinErzeugter im Krieg'. Sein Erzeugter! ähnlicheinem feurigen Strahl', bey der Nachtzeit am Hügel;wenn Forste in seinem Lauf' verzehrt zu Bodenniedersinken, und beym Geprassel der Wandererbebt! aber die Winde treiben ihn über den Ab-grund. Er sinkt aus den Augen, und Finsternißherrscht.Weſſen Ruhm liegt in jenem dunkel-grünenden Grab'?" begann' der König der wirth-lichen Muscheln. "Dort ragen vier Steine mitmoosigten Gipfeln. Sie zeigen die enge Behau-sung des Tods. Nicht fern laß Nyno dort ruhn;laß ihn, einen Nachbar der Tapfern, dort liegen.Hier liegt ein rühmlicher Führer, mit meinenSohn', an den Wolken zu fliegen. O Ullintön' die Lieder der Vorwelt. Erweck' in ihremGrab' ihr Gedächtniß. Wenn sie nie im Schlacht-feld' entslohn, soll mein Erzeugter neben ihnenruh'n. Er soll ruh'n entfernt von Morven,an Lenas erſchallenden Ebnen!Hier,
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