Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
127
Einzelbild herunterladen
 

127Fünftes Buch.der traurigen Rede, rief Fingal, warum er-weckst du meine Thränen? Einst müssen Kriegererliegen, und die Kinder ihre unnützen Waffenin der Halle erblicken. Aber Orla, dein Grab-mahl soll steigen. Deine weißbusigte Gattin solldeine Klinge mit Thränen benetzen.Sie kämpften an der Heyde von Lena.Schwach war die Rechte von Orla. FingalsSchwert stieg' herab, und zerbrach seinen Schildin der Mitte. Er fiel', und glimmerte am Boden,wie der Mond an einem erschütterten Strom'.König von Morven, sagte der Held, "hebdein Schwert, durchdring meine Brust. Ver-wundet und schwach von der Schlacht, verliessenmich hier meine Feinde. Die traurige Rede sollmeine Liebste an den Ufern des strömigten Lotaerreichen; wenn sie in dem Wald' allein sitzt;und der brausende Windstoß die Blätter durch-streift! Nein, sagte Morpens Gebieter,dich werd ich nimmer verwunden, o Orla.Laß sie an Lotas Usern dich seh'n, von den Ge-fahren des Krieges errettet. Laß deinen graulockigten Vater, den vielleicht das Alter seiner Augenberaubt, laß ihn den Schall deiner Stimme ver-nehmen, und in seiner Halle frolocken. Laß denHeld mit Freude sich heben, und seinen Sohn mitseinen Händen aufsuchen!. Aber nie wird erihn finden, o Fingal, sagte der Jüngling desströmigten Lota. An Lenas Heyde muß icherliegen: mich sollen fremde Barden besingen.Mein