Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
114
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114Fingal.den Herz. Aber Swaran kam streitend heran.Gaulens Schild zerbrach er entzwey. SelmasSöhne emfloh'n.Auf einmal stieg' Fingal in Waffen em-por. Dreymal erhob er seine schreckbare Stimme;Cromla gab' Antwort herum. Es blieben dieSöhne der Einöde steh'n. Sie neigten ihre errö-thende Gesichter zu Boden, beschämt das Antlitzdes Königs zu ſchann. Er kam', wie eine reg-nigte Wolke im Tage der Sonne, wenn sie lang-sam am Hügel sich rollt, und Felder den Regenerwarten. Schweigen begleitet ihren langsamenFortgang in der Höhe; aber der Sturm wirdbald sich erheben. Swaran sah' Morvens schreck-baren König. Er hielt sich in der Mitte seinesLaufes zurück. Er lehnte sich düster an seinenSpeer, und rollte seine flammenden Augen um-her. Still und erhaben glich er einer Eiche, anden Ufern von Lubar, dessen Aeste die Blitzedes Himmels in vorigen Zeiten versengten. Siebeugt sich über den Strom: das graue Moospfeift in dem Wind': so stand der König. Dannzog' er sich langsam zu Lenas erhabener Heydezurück. Um den Helden gießen sich seine Tau-sende. Am Hügel versammeln sich Schatten!Fingal, wie ein Strahl vom Himmelglänzte in der Mitte seines Volks. Um ihn ver-sammeln sich seine Helden. Weit herum geußt erdie Stimme seiner Macht. " Erhebt meine Fah-nen empor: spreitet sie, wie Flammen von hun-dert Hügeln im Winde von Lena! laßt sie anErins Winden erſchallen, und uns des Kampfeserin-