Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
94
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94Fingal.Heerde von Hirschen versammelten sich LochlinsSöhne auf Lena. Wir saßen und horchten zu derfrölichen Harfe, bey Lubars sanftrollendem Strom.Fingal selbst war am nächsten dem Feinde; dieErzählungen seiner Barden ergötzten sein Ohr.Sie besangen seinen göttlichen Stamm, die Hel-den verflossener Zeiten. Gelehnt an seinenSchild, saß aufmerksam Morvens Gebieter.Der Wind pfif durch seine Locken: seine Gedan-ken sind von den Tagen der Vorwelt. Nebenihm an seinem beugenden Speer' lehnt' sich meinjunger, mein tapferer Oscar. Er bewunderteMorvens Gebieter. Seine Thaten schwollen inseiner Seele! Sohn meines Sohns, begann' derGebieter, "o Oscar, Stolz der Jugend! ich sahdas Blitzen deines Stahls. Ich frolockte in mei-nem Geschlecht'. Folg' dem Ruhm' unserer Väter;sey, was sie gewesen, zur Zeit, da Trenmor,der erste der Menschen gebot'; und Trathal,der Vater der Helden! sie kämpften in Schlachtenin ihrer Jugend. Sie sind der Barden Gesang.O Oscar! beng' die Arme der Starken: aberverschon' der schwächern Hand. Sey ein Sturmversammelter Fluthen, gegen die Feinde deinesVolks; aber wie das säuselnde Lüftchen, welchesgrasigte Fluren durchirrt, für jene, die deineHülfe ersuchen. So lebte Trenmor; so warTrathal; und so ist Fingal gewesen. Mein Armwar der Beleidigten Schutz; Schwache ruhtenunter dem Blitz' meines Stahls."Oscar! ich war ein Jüngling wie du,als