Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

91Drittes Buch.Fingal erhaben in seinem Schiffe, streckteseine schimmernde Lanze vor sich. Schreckbar war derBlitz seines Stahls: er glich dem grünen Luftdampfdes Tods, der auf Malmors Heyde sich setzt;wenn der Wanderer einsam daher geht, und Schat-ten den breiten Mond im Himmel bedecken. Die Schlacht ist vorbey, sagt der Kö-nig, "ich erblicke das Blut meiner Freunde, Tran-rig ist die Heyde von Lena! traurig die Eichevon Cromla! die Jäger sind in ihrem Vermö-gen gestürzt: Semos Sohn ist verblichen. Ryneund Fillan, meine Söhne, blaßt das Horn vonFingal. Besteigt jenen Hügel am Ufer: ruftdie Kinder des Feinds. Ruft sie vom GrabeLamdargs, des Führers verflossener Zeiten.Eure Stimme sey, wie die Stimme eueres Va-ters, wenn er in die Schlachten seines Vermö-gens eingeht. Ich erwarte den mächtigen Frem-den. Ich erwarte Swaran auf den Ufern vonLena. Laß ihn mit all seinem Geschlechte sichnah'n; die Freunde der Todten sind stark in derSchlacht!Wie Blitze schoß glänzend der zierlicheRyno voran: wie Schatten des Herbsts nahmder düstere Fillan seinen Lauf. An Lenas Hey-de vernimmt man ihre Stimm'. Die Söhne desMeers hören Fingals Horn. Wie der brüllendeStrudel des Meers, wenn er von dem Schnee-Reich' zurückkehrt; so stark, so düster, so plötzlichstürzten Lochlins Söhne herab. Vor ihrer Spitzeerscheinet der König, im leidigen Stolz sei-ner Waffen! Zorn brennt in seinem dunkelbrau-nen