Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
88
Einzelbild herunterladen
 

88Fingal.Er frolockte durch die Stürme der Wogen. Seindüsteres Schiff durchpflügte das Meer. Er reistean den Flügeln des Winds. Einst verwirrte einGespenst die Nacht. Meere schwellen und Felsenerschallen. Längs den Wolken stürzen sich Winde.Blitze fliegen auf feurigen Schwingen. Er er-schrack, und eilte zum Ufer: dann erröthete er,daß er jemahls erschrack'. Er stürzte sich wiederin die Mitte der Wogen, den Sohn des Windeszu suchen. Drey Jünglinge führen den zischendenKahn; er stand' mit entblößter Klinge. Als nunder niedrige Dampf vorbey rauschte, griff er ihnbey seinem kräußlichten Haupt'. Er durchforschtesein dunkles Eingeweid mit seinem Stahl'. DerSohn des Winds verschwand aus der Luft. DerMond und die Sterne kehrten zurück! So wardie Kühnheit meines Stamms. Calmar gleichtseinen Vätern. Vor erhobenen Klingen fliegenGefahren. Glück folgt auf die Schritte derKühnen!Nun aber ihr Söhne des grünenden Erinentweicht von Lenas blutiger Heyde. Versam-melt unsere traurigen noch übrigen Freunde, undfügt euch zum Schwerte Fingals. Ich hör' denKlang von Lochlins voranrückenden Waffen.Calmar wird bleiben und kämpfen. MeineFreunde, meine Stimme wird eben so muthigerschallen, als wenn Tausende hinter mir schrit-ten. Aber, Sohn Semos, erinnere dich meiner,gedenk' an Calmars leblosen Leichnam. WennFingal das Schlachtfeld verwüstet, leg' mich beyeinem Stein der Erinnerung, daß mein Ruhmbey