Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
75
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75Zweytes Buch.Zähren stehn im Auge des Jünglings.Er sagte mir stammelnd: "Cuthullin, heb' dei-nen wölbigten Schild. Hüt' dich vor der Handdeines Freunds. Meine Seele ist mit Wehmuthbeladen; denn ich muß den ersten der Menschenerlegen! Ich seufzte wie Wind in der Kluft ei-nes Felsen. Hoch hob' ich die Schneide meinesStahls. Der Strahl des Krieges erlag: der ersteder Freunde Cuthullins! Unglücklich ist dieRechte Cuthullins, seit dem dieser Krieger ge-fallen!Sohn des Wagens sagte Carril derVorwelt, "traurig ist deine Erzehlung. Sieschickt meine Seele zu den Zeiten des Alters, zuden Tagen verflossener Jahre zurück. Oft habich von Comal gehört, der seine geliebteste Freun-din erschlug; doch ward sein Stahl vom Siegebegleitet. Die Schlacht ward vor seinen Augenverzehrt! Comal war ein Sohn von Albion;von hundert Hügeln Gebieter; tausend Strömetränkten seine Hirsche. Tausend Felsen erschalltenzu der Stimme seiner Hunde. Sein Antlitz wardie Milde der Jugend. Seine Hand das Ver-derben der Helden. Er liebte ein einziges Mäd-chen; sie war ein Schimmer der Schönheit! dieTochter des mächtigen Conloch. Wie ein Son-nenstrahl glänzte sie zwischen den Mädchen. IhrHaar war der Flügel des Raben. Ihre Hundezur Jagd abgerichtet. An den Winden schwirrteder Strick ihres Bogens. Ihre Seele war anComal geheftet. Ihre verliebten Augen trassensich öfters. Eins war ihr Lauf auf der Jagd.Glückselig waren ihre heimlichen Worte. AberGru-