Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
55
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55Erſtes Buch.Meers entfloh'n. Wessen Nam war reitzenderam Himmel, als der Name von Cairbar undGrudar! aber ach! warum hat jemahls der Stieran Golbuns schallender Heyde gebrüllt. GleichSchnee sahn sie ihn springend. Es kehrte derZorn der Führer zurück! Sie fochten an Lubars (*) grasrei-chen Ufern; Grudar fiel in seinem Blut'. Dergrimmige Cairbar kam zu dem Thal', wo Bras-solis, (**) die Schönste seiner Schwestern, dasLied der Wehmuth einsam erhob. Sie sang dieThaten Grudars, des Jünglings ihrer heimli-chen Seele! sie beklagte ihn im Felde des Bluts,doch hofte sie noch seine Rückkehr zu sehn. Ausihren Kleidern sieht man ihren Busen, wie denMond aus den Wolken der Nacht, da sein weisserRand, aus den Schatten, die seine Fläche be-decken, sich zeigt. Ihre Stimme war sanfter alsjene der Harfe, das Lied der Wehmuth zu tönen.Ihre Seele war an Grudar geheftet. Ihre heim-lichen Blicke giengen auf ihn.Wenn wirstdu, du Mächtiger im Krieg', in deinen Waffenerscheinen?Nimm Brassolis, kam Cairbar undsprach, "nimm Brassolis diesen blutigen Schild.Stell' ihn hoch in meiner Halle, diese Rüstungmei-D 4(*) Lubar, ein Fluß in Ulster. Labhar, laut brau-send.**) Drassolis, eine weißbusigte Frau,