Druckschrift 
2 (1775)
Entstehung
Seite
26
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26Die Lieder von Selma.in Stücken; Armar stürzt sich ins Meer, seineDaura zu retten, oder zu sterben. Ueber dieWellen kam plötzlich ein Windſtoß vom Hügelherab; er sank und stieg nicht mehr auf.Allein, auf dem See geschlagenen Felsen,wurd das Klagen meiner Tochter gehört; sie schrieöfters und laut. Was konnt ihr Vater thun? ichstund die ganze Nacht an dem Ufer, ich sah siebeym dämmernden Strahl des Monds; ich hörtedie ganze Nacht ihr Geschrey. Laut brauste derWind, der Regen schlug hart auf den Hügel;ihre Stimme ward schwach, eh' der Morgen er-schien. Sie verlohr sich, wie der Hauch desAbends, zwischen dem Grase der Felsen; sie starbüberladen mit Jammer, und ließ dich Arminallein. Meine Kraft in dem Krieg ist vergangen;gefallen mein Stolz unter den Frauen! WennStürme sich heben, wenn der Nordwind dieWellen empört, sitz' ich beym erschallenden Ufer,und betrachte den verderblichen Felsen. Oft beymscheidenden Mond seh' ich die Geister meinerKinder; halb unsichtbar schreiten sie in traurigerRede zusammen. Wird keine von euch reden ausMitleid? ihren Vater achten sie nicht. Traurigbin ich, o Carmor, nicht gering ist die Ursachmeines Jammers!Dies waren die Worte der Barden in denTagen des Lieds: da der König die Musik derHarfen, die Geschichte verflossener Zeiten ver-nahm'! die Führer sammelten sich von all ihrenHügeln, und horchten die lieblichen Töne. Sielob-