Ein Gedicht.23min. (*) Er erinnert sich des Tods seines Sohns,er fiel in den Tagen ſeiner Jugend. Nah beydem Helden war Carmor, (**) Gebieter deserschallenden Galmal. Warum steigt der aus-brechende Seufzer von Armin, sagt' er? giebt'seine Urſach zu trauern? das Lied fließt mit ſei-nen rührenden Tönen, die Seele zu schmelzenund zu reitzen. Es ist wie sanfter Nebel, dersteigend empor aus der See, über die schweigen-den Thäler sich geust. Die jungen Blumen sindbeladen mit Thau, aber die Sonne kehrt, in ih-rem Vermögen, zurück, und der Nebel ist weg.Warum bist du traurig, o Armin, du Führerdes Meer- umflossenen Gorma?Traurig bin ich! nicht gering ist die Ur-sach meines Jammers! Carmor, du verlohrsikeinen Sohn; du hast keine reizende Tochter ver-lohren. Colgar der Tapfere lebt, es lebt An-nira, die Schönste der Mädchen. Es steigen dieAeste deines Hauses, o Carmor! aber Arminist der letzte seines Stamms. Dein Bett ist dü-ster, o Daura! tief ist dein Schlaf in dem Grab'!wenn wirst du erwachen, mit deinen Gesängen?mit deiner melodischen Stimme? hebt euch, ihrWinde des Herbstes, hebt euch; braust längs derHeyde! rauscht ihr Ströme der Berge; brüllet,Orkane in den Wäldern meiner Eichen! schreit',B 4(*) Armin, ein Held, er war Gebieter von Gorma;d. i. die blaue Insel, vermuthlich eine der Hebri.dischen.(**) Cear=Mor, ein grosser, dunkelsarbigter Mann.
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