Ein Gedicht.19kalt sind ihre Brüste von Staub! Ach! sprechtvom Felsen des Hügels; vom Gipfel des stürmi-schen Abgrunds; sprecht, ihr Geister der Todten!sprecht, ich werd nicht erschreckt! Wohin seyd ihrgegangen zu ruhn? in welcher Höhle des Hügelssoll ich die Geschiedenen finden? keine leise Stim-me gleitet auf dem Hauch': keine Antwort halbverlohren im Sturm'!Ich sitz' in meinem Jammer! in meinenThränen erwart' ich den Morgen! ihr Freundeder Todten errichtet das Grab! schließt es nichtbis Colma komme. Mein Leben fliegt fort wieein Traum: warum sollt' ich zurück bleiben?hier will ich ruh'n mit meinen Freunden, beymStrom' des erschallenden Felsen. Wenn die Nachtauf den Hügel herabsteigt; wenn die brausendenWinde sich heben, soll mein Geist stehn im Hauch,und betrauern den Tod meiner Freunde. DerWeidmann wird mich aus seiner Hütte verneh-men; er wird fürchten, aber lieben meine Stim-me! denn meine Stimme wird meinen Freundengefallen: angenehm waren ihre Freunde für Colma!So war dein Gesang, o Minona, dusanft erröthende Tochter von Torman! UnsereThränen flossen für Colma; mit Wehmuth wa-ren unsere Seelen erfüllt! Ullin kam mit seinerHarfe; er tönte Alpins Gesang. AlpinsStimme war lieblich: die Seele von Ryncein Feuerstrahl! aber sie ruhten in der engen Be-hausung: man hörte in Selma ihre Stimmenicht mehr. Eines Tags kehrte Ullin vom Ja-gen zurück, eh' die Helden erlagen. Er vernahmB 2ihren
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