Ein Gedicht.12Die Seelen der Helden waren traurig, als sieihre melodische Stimme erhob. Oft hatten sieSalgars Grabmahl (*) gesehn, die düstereWohnung der weißbuſigten Colma. (*) Colmaallein, auf dem Hügel verlassen, mit all ihrerStimme des Lieds! Salgar versprach ihr zukommen: aber die Nacht stieg rundum herab.Höret Colmas Stimme, da sie allein auf demHügel geſeſſen!Colma.Es ist Nacht; ich bin allein, verlassenauf dem Hügel der Stürme; im Gebirg hörtman den Wind; der Bergstrom stürzt vom Fel-sen herab. Vom Regen empfängt mich keineHütte, verlassen auf dem Hügel der Winde!O Mond! steig hinter deinen Wolken her-auf; hebt euch Sterne der Nacht! leite mich ir-gend ein Strahl zu dem Orte, wo mein Gelieb-ter von der Jagd allein ruht! sein Bogen unge-spannt bey seiner Seite: seine Hunde schnaubeudum ihn. Aber hier muß ich sitzen allein, beymFelsen des moosigten Stroms. Der Strom undder Wind brausen laut; ich hör nicht die Stimmemeines Geliebten! warum zaudert mein Salgar;warum hält nicht der Führer des Hügels seinWort? Hier ist der Fels, hier ist der Baum,und(*) Scalg'er, ein Jäger.(**) Cul=Math, eine schönlockigte Frau.
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