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Maximilian Franz, Kf. v, Köln,
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Wilhelm Gras von Qettingen und der Prinz Joseph von Huhenlohe-Waldenburg,der Begünstigte König Friedrichs II. von Preußen, die Blicke aus sich. Auchan M. F. hatte man schon im I. 1769 gedacht; aber damals schrieb die Kaiserinunter den Bericht des Fürsten Kaunitz, welcher von einer aus Köln ergangenenAnsinge Nachricht gab, eigenhändig die Worte: „schonn zu bedankhen, thlarerkhlaren, das niemals zulassen wurde, das ein söhnn von mir geistlich werde".Beinah derselben Worte bediente sie sich, als 1770 aus Speyer, 1771 aus demStift St. Gereon in Köln, 1773 aus Bamberg, 1775 nochmals in Bezug aufden Kölner Kurhut ähnliche Anfragen nach Wien gelangten. Jetzt, im October1779, dachte sie anders, mit Eifer ergriff sie die Gelegenheit, ihrem Sohn durchErwerbung eines Kurstaates und hoffentlich auch des Visthums Münster eineglänzende Versorgung zu sichern und zugleich dem preußischen Einfluß im Nord»Westen des Reiches eine Schranke zu ziehen. Freilich große Schwierigkeitenwaren zu überwinden. M. F. zeigte noch immer entschiedene Abneigung gegenden Eintritt in den geistlichen Stand. Man dachte deshalb in Rom zu erWirten,daß er auch als Coadjutor von dem Empfange der höheren Weihen dispensirtwürde und später, wenn die Abneigung sortdaure, zum Vortheile eines der als-dann herangewachsenen Sühne des Großherzogs Leopold auf feine Würde ver-zichten könne. In den beiden Domcapiteln durfte man, befonders wenn manGeschenke nicht sparte, auf eine Anzahl Stimmen rechnen, auch der Beistand desfranzösischen Hoses sollte dem Bruder der Königin Marie Antoinette nicht fehlen,und noch wichtiger: der beinahe unumfchränkt regierende Minister des Kurfürsten,der Freiherr Caspar Anton v. Belderbufch hatte nach einem Bericht des Reichs-vicekanzlers Fürsten Colloredo vom 18. November 1779 „jederzeit den wahrhaftsehnsüchtigen Wunsch an den Tag gelegt", den Erzherzog M F. im Besitz derKurwürde zu sehen. Aber der Mann, auf den es vor Allem ankam, der Kur-fürst Maximilian Friedlich, zeigte durchaus keine Lust, einen Coadjutor anzu-nehmen; so berichteten im Januar 1780 der kurfürstliche Minister und gleicher-weise Gras Metternich, der kaiserliche Gesandte bei den geistlichen Kurfürsten unddem niederrheinischen Kreise. Dem von Kaunitz befürworteten Antrage des Frei-herrn v. Velderbusch, die Kaiserin möge in einem eigenhändigen Schreiben demKurfürsten ihre Wünsche darlegen, wollte Maria Theresia nicht willfahren. Nocham 31, Januar schreibt sie ihrem Gesandten in Paris, dem Grafen Mercy, derKurfürst von Köln zeige sich wenig entgegenkommend; auch aus aufgefangenenBriefen Friedrichs II. erhelle dessen Bosheit. Man werde die Verhandlungenzwar nicht abbrechen, jedoch bis zu einem günstigeren Zeitpunkte ruhen lassen.In ähnlichem Sinne antwortete man auch dem münsterischen Domherrn, Frei-herrn v. Brabeck, welcher als Wortführer der dortigen üsterreichifchen Partei inder zweiten Hälfte des März felbst nach Wien gekommen war, um die Wahldes Erzherzogs anzubieten. Mittlerweile gab aber Belderbufch über die Stimmungseines Herrn günstigere Nachrichten. Er hatte die Besorgniß des Kurfürsten vordem Ueberhandnehmen der preußischen Macht in Norddeutfchland in gefchickterWeife benutzt und war dabei wesentlich gefördert durch einen höchst unvorsich-tige» Schritt des Prinzen Hohenlohe, welcher zur ungünstigsten Zeit den Kurfürstenum Erlaubniß bat, sich dem Domcapitel als Candidaten für die Coadjutorwahlvorzustellen. Dohm, der bekannte preußische Diplomat, erzählt in seinen Denk-würdigkeiten, Belderbufch felbst habe den Prinzen durch eine Mittelsperson und durchVorspiegelung eines sicheren Erfolges in die Falle gelockt und dann, indem er demunangenehm überraschten Kurfürsten gegenüber das Vorgehen Hohenlohe's aufvreußifchen Antrieb zurückführte, die beste Gelegenheit gefunden, den österreichi-schen Prinzen eindringlich zu empfehlen. Man kann eine Intrigue solcher Artbei dem Charakter des Ministers nicht gerade für unwahrscheinlich, aber ebensowenig