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Der Kaiser am Rhein : ein Festbericht über die Kaisertage 1884
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zu Münster, die Vorsitzenden der übrigen Localvereine desVaterländischen Fraucnvcreins der Provinz, je eine Abordnungdes katholischen und evangelischen Frauenvcreins zur Beklei-dung armer Kinder sowie der Vereine beider Confessioncn zurPflege von Wöchnerinnen, eine Abordnung des Vincenzvereinsfür Damen und eine Deputation der sogenannten Suppen-vereine in den einzelnen Pfarrgemeinden Münsters einestattliche Anzahl Damen, von der einfachen Nonne bis zudenen der höchsten adeligen Stände. Innigen Dank sprachdie hohe Frau den Leiterinnen segensreicher Werke der Barm-herzigkeit und Nächstenliebe aus und wünschte ihrem fernerenWirken Gottes Segen und besten Erfolg. Während sich hierin aller Stille jener schöne Act vollzog, wurde es draußenin der Stadt um so lebendiger. Schnuren auf Schnuren, Vereinealler Art, darunter auch die Verbindungen der hiesigen Stu-denten, mehrere mit ihren Chargirten an der Spitze, zogen,theils mit Trommeln oder Musikcorps und Fahnen voran,mit klingendem Spiele in die Stadt, oft in langen Reihen,oft in kleinern Abtheilungen oder rückten schon ab zum Kaiser«weg, auf dem sie nach wohlvorbcrcitetcr Ordnung Aufstellungnehmen wollten. Immer dichter wurden die Volksmafsen inden Straßen, namentlich auch zogen Landlcute in Menge zu.Am dichtesten wälzte sich der Strom dem Köln-MindencrBahnhöfe zu, wo der Kaiser ankommen sollte. Hier war derEmpfangspavillon erbaut und von prächtigen Gartcnanlagenumgeben, die auf einem Boden hergestellt worden, der vorwenigen Tagen nur noch wüste, mit Schienen durchzogeneund von allerlei Geräth bedeckte Flächen zeigte. Vier mäch-tige, schlanke und von wohlthuendem Maßwerk emporsteigendePfeiler, trugen den mit Drapcriecn in rothen, reichen Stoffenmit Wappen und Goldschmuck verzierten Baldachin; rechtsund links trugen schlankere, leichtere Säulen die halbrundenAusbauten. Pflcmzengruppcn, Tcppichbeete und vier großeFontaincn vollenden dieses wohlthuende, nach den Entwürfendes Baumeisters Wulfs hingezauberte Bild. Der etwas ärm-liche Bahnhof und die auf der entgegengesetzten Seite liegendenGüterschuppen sind durch rothbchangcne Verschlüge und Grünund Fahnenschmuck verdeckt. Die ganze Seite nach demWestfälischen Bahnhofe, gegenüber dem Austritte aus demPavillon, nimmt eine langgestreckte, dicht mit Zuschauern