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Parade gefahren werden sollte. Dabei theilte sie nun dasLoos aller Sterblichen, die in dieser Manöverzeit mit den ver-chrlichen Eisenbahnen zu thun hatten: sie hatte soviel Ver-spätung, daß sie nicht mehr zur rechten Zeit auf dem Feldeeintreffen konnte. Zu Anfang, als man die Artillerie ver-mißte, wußte man nicht recht, wie man das deuten sollte,das Räthsel klärte sich aber auf, als man gegen Ende desersten Vorbeimarsches am Horizont die Fußartilleristcn heran-wimmeln sah. Sie kamen grade noch zurecht, um den zweitenVorbeimarsch mitzumachen und hatten so die Reise doch nichtganz vergeblich unternommen. Es dürfte dies das erste Malsein, daß eine Truppcnabtheilung bei einer Kaiserparade sospät eingetroffen ist, daß sie in der Aufstellung keinen Platzfindet und einen Vorbeimarsch gar nicht mitmachen kann, einUnicum, das natürlich, wie die Umstände liegen, den militai-rischcn Commandanten nicht zur Last gelegt werden kann.
Während der ganzen Zeit war uuser Kaiser zu Pferdegeblieben, eine Leistung, die eigentlich nur von einem Reiterrichtig gewürdigt werden kann, der da weiß, daß das langeStillhalten auf einem Fleck unendlich viel anstrengender ist alsdas Reiten in selbst scharfen Gangarten. Und nichts an derErscheinung des greisen Herrn verrieth dabei die geringste Er-müdung, und als er nach Schluß der Parade das Feld unterdem jubelnden Zuruf der Zuschauer verließ, leuchtete sein Ant-litz so freudig und frisch, daß man hätte meinen mögen, daßihm die Anstrengung eher eine Aufmunterung und Stärkunggewesen wäre. Neben dem Kaiser wurde auch wiederholt derKronprinz von der Menge freudig begrüßt, so namentlich indem Augenblicke, als er sein 53. Regiment, dessen Uniformer auch trug, seinem Vater im Parademarsch vorführte.
Die Rückfahrt des kaiserlichen Zuges erfolgte um 12^/«Uhr und auf dem ganzen Wege, auf allen Stationen harrtenfeiner die Bewohner der Gegend, denn Alle wollten den Herr-schergreis und seine erlauchte Gemahlin sehen und überallerfolgte lauter Jubel, wo die Majestäten sich zeigten. Um 2^Uhr lief der Zug auf Bahnhof Bcnrath ein.
Trotz der gewaltigen Anstrengungen, die der Kaiser durchdas Abnehmen der Parade zu Pferde gehabt, merkte man demhohen Herrn doch keine Spur von Müdigkeit an. Ohne Hülfe