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Der Kaiser am Rhein : ein Festbericht über die Kaisertage 1884
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Bismarck wurde viel ausgeschaut, aber die Erwartung, ihnhier zu treffen, ging nicht in Erfüllung, da der Reichskanzler,durch Geschäfte abgehalten, in Berlin geblieben war.

Um 10^2 Uhr war der Kaiser auf dem Felde eingetroffenund begann sogleich mit dem Abreiten der Treffen. Daraufbegab er sich zu der Zuschauertribüne, um dort die Parade abzu-nehmen. Ueber eine solche preußische Parade ist eigentlich wenigzu sagen, wenn man sich nicht in allgemeinen Redensarten bewegenwill. Eine Parade hat äußerste Familienähnlichkeit mit der andern,und es ist ein Glück, daß man ihnen allen nachsagen kann, daß siedurchweg gut gerathen sind. Im Parademarsch haben es unsereSoldaten zu so hoher technischer Vollendung gebracht, daßkaum etwas besseres geleistet werden kann, ein Ergebniß, dasum so verdienstlicher ist, als es auf alle Corps nahezugleichmäßige Anwendung findet. Der Marsch und die Rich-tung der Infanterie, das feste Tempo und geschlossene Reitender Cavallerie und die ausgezeichnete Richtung, die unsereArtillerie in jeder Gangart zeigt, sind bei Freund und Feindanerkannt. Es bleibt also nur zu sagen, daß auch heute die,Parade des ?. Corps alles leistete, was man von einer Paradeverlangen kann. Begünstigt war das 7. Corps durch einganz ausgezeichnetes Wetter, denn wenn wir Zuschauer aufden Tribünen auch manchmal etwas fröstelten, so war dochfür die Truppen günstigere Witterung gar nicht denkbar. Zu-dem staubte es auf dem Felde auch nicht übertrieben, so daßman die Bewegungen recht gut verfolgen konnte; nur schade,daß der Vorbeimarsch etwas weit von den Tribünen stattfand,wodurch manche Einzelheiten immerhin nicht ganz klar wur-den. Ohne diesen Umstand hätten wir eine geradezu idealeParade gehabt. Ueber zwei Stunden wahrte der Vorbeimarsch,das erste Mal in Compagnie-, Halbescadrons- und Batterie-fronten, das zweite Mal in Rcgimcnts-Colonnen bei der In-fanterie und Escadronsfrontcn bei der Cavallerie, die beritte-nen Truppen das zweite Mal im Trabe. Bei der Parade-aufstcllung und dem ersten Vorbeimarsch war uns das Ver-gnügen versagt, die Fußartillcrie bewundern zu können, wassich folgendermaßen erklärte. Da diese Truppe die Manövernicht mitmacht, sondern sich nur an den großen Kaiserparadenzu bethciligcn Pflegt, so war diesmal die Bestimmung getroffen,daß sie von Cöln, ihrer Garnison, aus mittels Eisenbahn zur

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