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Der Kaiser am Rhein : ein Festbericht über die Kaisertage 1884
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entstieg er dem Salonwagen, als ob er durchaus keine An-strengung gehabt hätte. Festen Schrittes trat er zu den be-reits ausgestiegenen und den hohen Herrn erwartenden Prin-zen und sprach mit dem Großherzog von Oldenburg und demPrinzen Leopold von Baiern; chei letzterm erkundigte er sich,wie ihm die Parade gefallen habe. Stürmischer Jubel erscholl,als der geliebte Landesvater so munter und ohne ein Zeichenvon Müdigkeit zu verrathen den Salonwagen verließ. DieKaiserin und die hohen Herrschaften waren inzwischen eben-falls ausgestiegcn und begaben sich in den Hofwagen zumSchloß, von dem auf dem Wege aufgestellten Publikum uudeinigen Kricgervereinen auf's herzlichste begrüßt. In der Em-pfangshalle sprach der Kronprinz längere Zeit mit dem Kron-prinzen von Schweden und bestieg mit demselben den Wagen,um unter lautem Zujauchzen der Menge zum Schloß zu fahremIn dem Schlosse findet um 5 Uhr große Gallatafel, sogenannteMilitllirtllfel, statt, zu welcher die Prinzen, die geladenen Fürstenund die fremdherrlichen Offiziere sowie die Generäle undStabsoffiziere befohlen sind, welche in der Parade gestandenhaben.

Das Benrather Schloß ist eine Schloßanlage mit einemMittelpavillon, auf welchen erhöhte Freitreppen führen. Inüppigem Rococostil erbaut, deuten seine Sinnbilder und Ver-zierungen schon auf die ursprüngliche Bestimmung als Jagd-schloß hin. Im Halbkreise stoßen an den Mittelbau zweiFlügelgebäude; vor der ganzen Schloßanlage liegt ein runderTeich, rings mit alten Bäumen bepflanzt, an welchen währendder Festtage Gasflammen angebracht sind. Hinter dem Mittel-pavillon befindet sich ein großer Park mit herrlichen Garten-anlagen und Bäumen, im Hintergrunde desselben sieht mandie Fluthen des Rheines schimmern. In dem Park liegt beider alten Kaserne die Orangerie, welche, in einem feenhaftausgeschmückten Tempel umgewandelt, die zur kaiserlichen Tafelbefohlenen Gäste aufnimmt. Von den ersten Düffewskfer-Künstlern und Decoratcuren ist die Orangerie in^li^Schmuck- ,kästchen verwandelt worden. Prachtvolle Gob/inI und diekostbarsten chinesischen Teppiche zieren die Wänß??dcr in einenSpcisesaal umgewandelten Orangerie. Es isl Lichts gespartworden, dieselbe wahrhaft fürstlich auszustatM.,. Um 4 Uhrerfolgte die Auffahrt der zur Tafel bcfohlencn^iWlichen Per-

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