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Der Kaiser am Rhein : ein Festbericht über die Kaisertage 1884
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in den vorhergehenden Tagen die Anwesenheit unseres Kron-prinzen wiederholt zu begeisterten Kundgebungen Anlaß gege-ben, aber noch weit größer war heute der Jubel, als unsergreiser Kaiser fast unmittelbar nach seiner russischen Reise,keine Anstrengungen scheuend, nach dem Rheine geeilt war,um wenigstens dem Schlüsse der Truppenübungen beizuwohnen.Er hat das immer als eine hohe Pflicht betrachtet, und wenner in diesem Jahre ihr nur theilwcise nachkam, so waren eshöhere Wichten, die ihn an eine andere Stelle riefen. Mansah es dem hohen Herrn aber doch an, welche innige Freudeer empfand, als er sich wieder unter seinem Heere und seinemVolke befand. Und als er unter donnerndem Jubel an dieZuschaucrtribüncn heranritt und freundlich grüßte, da schiensein Gruß noch freundlicher zu sein als sonst. Vielfach hatteman noch bis zum letzten Augenblick Zweifel gehegt, ob dieStrapazen der russischen Reise dem Kaiser schon heute erlau-ben würden, auf der Parade zu erscheinen; namentlich aberhatte man geglaubt, daß er, wie das letzte Mal in Berlin,die Besichtigung vom Wagen aus abnehmen werde. Es wäredas sehr erklärlich gewesen, aber der Kaiser scheint eben nichtaus gewöhnlichem Mcnschenmatcrial zu sein und alle An-strengungen scheinen ihm nichts anhaben zu können. So er-schien er denn auch heute zu Pferde und sprengte im leichtenGalopp an den rechten Flügel der Aufstellung heran in gra-der militairischer Haltung, die kaum die Last der Jahre be-merken ließ. Daß unser Kronprinz, überall von lebhaftemZuruf begrüßt, mit seinen Söhnen an seiner Seite war, ver-steht sich von selbst, aber auch unsere Kaiserin hatte sich dieMühe nicht verdrießen lassen, ihrem hohen Gemahl im Wagenauf das Manövcrfeld zu folgen, ebenso unsere Kronprinzessin,die in der Uniform ihres Husaren-Regiments das Abreitender Front zu Pferde mitmachte. Eine besonders warme Kund-gebung wurde auch dem kaiserlichen Leibarzt Dr. von Lauerzutheil, als er an der Tribüne im Wagen vorbeifuhr, undsicher verdiente er diese vollauf, da er uns unsern Kaiser sogesund und kräftig erhalten hat. Um aber der Wahrheit dieEhre zu geben, muß doch bemerkt werden, daß diese Kundge-bung dem Marschall Moltke galt, den die Zuschauer in Dr. vonLauer zu erkennen glaubten; ein Mißverständnis das diesemauf Manövern schon öfters vorgekommen ist. Auch nach Fürst