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Der Kaiser am Rhein : ein Festbericht über die Kaisertage 1884
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und Fähnchen hübsch geschmückten Baumgang verwandelt.Am Eingänge der Stadt standen die städtischen Behörden zurBegrüßung Seiner Majestät bereit. Hier bildeten der hiesigeLandwchr-Unterstützungsverein so wie etwa 1000 Schulkinder,Spalier, die Mädchen weiß gekleidet, die Knaben im Festan-zuge, sämmtlich Fahnen mit den preußischen und deutschenReichsfarben tragend. Glockengeläute und brausende Hurrahrufeverkündeten weit über das Weichbild der Stadt hinaus dieAnkunft des hohen Herrn, dem am Eingange der Stadt durchzwei junge Mädchen ein Lorbeerkranz und ein Blumenstraußüberreicht wurde. Unvergeßlich für die beiden Kinder wirddieser Augenblick sein, und zwar um so mehr, als Se. Ma-jestät beide zu sich in den Wagen heben ließ. Nach einigenweitcrn Fragen des Kaisers setzte sich der Zug wiederum inBewegung nach Haus Busch, von wo aus Se. Majestät sichzum Paradefelde begab. Auch die Kaiserin wohnte der Pa-rade bis zum Schlüsse bei. Die Majestäten, sowie die übri-gen Mitglieder des Königshauses wurden auf der Hin- undRückfahrt von den Kopf an Kopf gedrängt stehenden Volks-massen mit stürmischen Hochrufen begrüßt.

Während der Manöver hatte der Andrang der Zuschauermit jedem Tage zugenommen, heute aber, wo zum erstenmaleder Kaiser selbst zugegen sein sollte, hatte die ganze Gegendsich aufgemacht, um den geliebten Kaiser inmitten seiner Trup-pen zu sehen. Man mag von solchen militairischen Schau-stellungen halten, was immer man will, unbestreitbar richtigist es, daß sie erst den richtigen Glanz erhalten, wenn ihnengewissermaßen eine persönliche Spitze gegeben ist. So wirdman nicht bezweifeln können, daß z. B. die Franzosen anmilitairischen Schauspielen mindestens dieselbe Lust haben, wiedie Deutschen, und doch, welcher Unterschied zwischen einerfranzösischen und einer deutschen Truppenparade. Wenn erstereaußerhalb Paris stattfindet die Lonchampsparade am 14.Juli rechnet mit ganz anderen Factoren so ist der Besuchmeistens recht schwach und recrutirt sich nur aus den Bauernder nächsten Umgebung; und der Lonchampsparade fehlt auchetwas, was durch der Anwesenheit von Herrn Jules Grövynicht ersetzt werden kann. Es ist das keine deutsch-chauvinistischeBehauptung, sondern eine Thatsache, die von den Franzosenselbst mit größter Offenheit zugestanden wird. Gewiß hatte

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