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stattfand. Von dem im Trcppenhausc aus geschickt versteckterHöhe von einem Chöre gesungenen „Salve!", das den vomLandtngsmarschall Fürsten von Wied geführten Kaiser beimEintritt in das Treppenhaus begrüßte und das eine mächtigeWirkung geübt haben soll, haben wir Nachzügler des kaiser-lichen Fcstzugcs nichts mehr zu hören bekommen. Wohl abersahen wir den Aufgang der übrigen Herrschaften über dasTreppenhaus, der in dem Glänze der Toiletten und buntenUniformen ein fesselndes Bild bot.
Die glänzende Gesellschaft sammelte sich nunmehr in demgroßen Saale, wo die Majestäten sich die Damen der Pro-vinzilllstände durch den Fürsten von Wied in der Form einerßranä« oour vorstellen ließen. Hierauf wurden die aller-höchsten und höchsten Herrschaften in den kleineren Ncbensaalgeleitet, woselbst nach einiger Zeit das Fcstfpicl bei vollständigunterdrückter Beleuchtung des Zuschauerraumcs begann. DieMusikkapelle unter Leitung des Musikdirektors Schauseilbeginnt eine musikalische Introduktion.
Nach Aufgehen des Vorhanges fehcn wir eine wildeWaldgegend am Rhein. Von einem germanischen Mädchenund ciucm Jüngling (Frau Wütsen, Herr Kuiffler) gestützt,erscheint eine germanische Scherin (Fräulein Himmighoffcn)und ein gcrmanifcher Greis (Herr Maler Lüdccke). Sie be-deuten die Reste eines vernichteten germanischen Stammes.
„Wir find, was unseres Volkes übrig ist!", sagt derGreis. Doch die ermattete Scherin meint, sich mit wilderKr,aft aufraffend:
Gcrmancnstrom — fei mir gegrüßt, o Rhein!
Des Volkes Letzte Ihr? ------- Nein, ruf' ich, nein! -------
In neuen Formen neues Licht und Lebe»
Sieht deutsche Kraft zu deutscher Kraft gesellt
Zu weitem Machtgebilde sich gestalten,
Und hoch hehr am schönsten Strom der Welt
Das größte Volt der Welt, das deutsche, walten.
Den Sieg sieht er au Friedens Schwelle wachen,
„Die deutsche Kraft, Siegfried, erschlägt den Drachen!"In den hervorgehobenen Worten liegt die Grundidee desvon dem kaiscrl. russische« Hauptmnnn a. D. Hcnoumont ver-faßten Festfpicls. Hcnoumout, der Dichter des DüsseldorferMalkastens, ist eine hcruorrangcnd geistreiche Pcrfönlichkcit,die ganz in den Ideen der Romantiker lebt, und zwar so