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Der Kaiser am Rhein : ein Festbericht über die Kaisertage 1884
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auf welchem die drei Linien von Wien, Berlin und Warschauzusammentreffen. Das Schloß ist mehr auf Behaglichkeit alsauf Pracht gebaut, es trägt die charakteristischen Züge, welchePrälatcnbautcn aus dem Anfang des vorigen Jahrhundertseigen find. Zu jener Zeit wurde es von einem Erzbischof vonPofen und Gnescn umgebaut, es diente den polnischen Primatenzur Sommcrresidcnz. Das Schloß besteht aus dem Hauptge-bäude und zwei Flügeln, ein großer freier Platz mit Spring-brunnen und Blumenanlagen dehnt sich vor ihm aus. Hinterdem Schloß zieht sich ein großer Park hin mit uralten Linden,Ulmen und Kastanien.

Kommt man von der Station, von welcher eine gutge-pflllstcrtc, mit Pappclbäumen besetzte Straße zum Schlosse führt,und hat man den Platz überschritten, so steht man vor demHauptportal, durch das man unmittelbar auf eine breite Pa°'radetreppc gelangt. Rechts und links von dicfer Treppe imErdgeschoß sind die für die erwartenden hohen Gäste in Bereit-schaft gestellten Räume. Und zwar zur rechten Seite die Ge-mächer für die fremden Herrscher, zur linken die für denrussischen Monarchen. Der Aufgang nach der Treppe ist mitgroßen russischen Gobelins geschmückt, die, wie die Aufschriftfugt, im Jahre 1734 in Petersburg gemacht wurden. DieEinrichtung des Schlosses zeigt überhaupt eine eigenthümlicheMischung von polnischem und russischem Styl, der nur durchdie Geschichte des Schlosses verständlich ist.

Das Schloß, das dem jeweiligen Primas von Polen undErzbischof von Posen und Gnescn gehorte, wurde bei derGründung des Großherzogthums Warschau dem MarschallDavoust von Napoleon geschenkt. DieseSchenkung" wurdebei der Uebernahme des Großherzogthums von Alexander I.nicht respcktirt, der das Schloß zu seinem Privatgut machte.Als später Großfürst Konstantin eine morganatischc Ehe miteiner Polin abschloß, wurde diese zur Fürstin Lowisch gemachtund Alexander I. stattete sie mit Skicrnicwice und 40,000Seelen aus. Nach dem Tode der Fürstin und Konstantinsfiel das Ganze an den Kaifer Nikolaus und ist fo durch Erb-gang auf den jetzigen Kaifer gekommen, der es durch denMarkgrafen Wielopolski verwalten läßt.

Von dcu Räumen des ersten Stockwerkes des Schlossesist namentlich der nicht große, aber sehr geschmackvolle Speise-

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