Natürlich «ib! es nun auch Erfinder, die auf dem Kampfplatz desFortsoliritts niehl das gewünschte Ziel erreichen, teils, weil die Energiezu früh erlahmte, teils ihre Ideen Lftopieen oder «loch wenigstenssolche waren, die unter den persönlichen Verhältnissen dos Erfinders'Ich Todeskeim in sich tragen mußten, teils aber auch, weil sie in dieHände der sogenannten Industrie-Hyänen fielen, die überall Spioneunterhalten und sich diejenigen Erfindungen auf Umwegen als Eigentumaneignen, an denen nur im geringsten zu rütteln ist. Die Inhaberder großen Etablissements und Fabriken brauchen eben tatkräftigeAgenten und Kommissionäre, die neue Erfindungen dem Unternehmenzuführen, um den Kundenkreis zu erweitern, und daß die Agenter£häufig nicht die gradesten Wege einschlagen, beweisen die förtwährend'enStreitigkeiten zwischen Erfinder und Großindustrie.
Ilalicn Sie daher eine Idee, dann seien Sie auf der Hut vorSchmarotzern und sogenannten guten Freunden, die ihnen gewöhn-lich zunächst, wenn Sic über einen glücklichen Einfall in redseliger Stim-mung sind, das Geheimnis entlocken und Sie dann durch absichtlich zurSchau gelragenon Pessimismus von der Weiterverfolgung der Idee anzu-bringen suchen. Tag für Tag werden solche Fälle bekannt, wo itfr Erfinderim Glücksgefühl der ersten Stimmung einen guten Freund als Mitwisserhaben, oder um Hai angehen mußte, <U i r dann unter dein Deckmantelväterlicher Beratung, oder vielleicht ans tatsächlichem Unverständnis,aher mit der i?nlen Absicht die Ausbeutung der Idee verhinderte, sd daßspäter ein anderer den Gewinn nach Hause trug, während dem erstenErfinder nichts, wie die böse Erfahrung übrig blieb. Hunderte vonSelbstmorden aus Verzweiflung von Erfindern sind auf dieses Konto zusetzen. Der Staat schützt kostenlos das materielle Eigentum seinerBürger, bestraft den Räuber und Wegelagerer nach Gebühr, aber denDich geistigen Eigentums auf dem Gebiet der gewerblichen Erfindungläßt er frei laufen und bestraf! ihn nur, wenn sich der Erfinder dasSchulzrechl auf seine Erfindung erkauf! hat. Wie notwendig ihm dies.Schulzrech! ist, sagt am klarsten wieder Edison, der König der Erfinder,wenn er schreibt: „Ich erfinde viele Dinge, welche ich dem Publikumnur zu Kern umsonsl geben würde. Ich wage es aher nicht. Ich mußall die Dinge patentieren lassen, um mich vor Prozessen zu sichern.Es uihl eine Menge Haifische in dieser Welt, welche sich stets nachetwas Neuem umschauen. So bald solch ein Haifisch bort, daß etwasNeues erfunden worden ist, eilt er nach dem Patentamt, um zu sehen,ob es patentiert ist. Wenn nicht, so beansprucht er es sofort als seineErfindung und läßt seinen Anspruch eintragen. Dann strengt er einenProzeß gegen den wirklichen Erfinder an, weil dieser angeblich fremdesGeisteseigentum sich angeeignet ha!. Der Erfinder wird sagen; „Nun,ich hin iU-r Erfinder." Ililfi ihm nichts, man verweis! ihn an das Patent-amt, wo der Anspruch des Psoudoerfinders schon auf dem Papier steht.Wenn nun der Erfinder sagt, er habe die Erfindung lännsl gemacht,ehe der Aiulere aufs Patentami wanderte, so hill'l ihm das auch nichts.Es finde! sich slets ein dunkler Ehrenmann, welcher beschwört, daßsein Brotgeber die Erfindung zwei oder drei Monate früher gemacht
ha!, als lirv wirkliche Erfinder angibt. Es klingt lächerlich, aher es is!wahr, daß häufig zwischen den Erfindern und den Haifischen Wett-rennen nach dem Patentamt angehalten werden. Die Haifische be-kommen schnell Wind, wenn etwas erfunden worden ist. Ich und viele
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