nur daxin, dasselbe aufzulesen. Wer müßig die Hände in den Schoßlegt, auf das große Los, eine Geldheirat, oder den reichen Onkel ausAmerika, wartet, der hat allerdings tausendmal eher mit seinem Todezu .rechnen, als ihm ein solches Glück in den Schoß fällt. Wollen Sirbegrejfen, wie spielend Geld verdien! wird zur rechten Zeit und durchden rechten Manu? Wenn ja, dann schauen Sie sich ■/,. IS. nur denMenschenstrom an, der wie hypnotisiert in eine Jahrmarktsbude, oderein Vergnügungslokal, wo es etwas Neues zu sehen gibt, rennt, milEinkäufen überladen von einem Weihnachtsmarkt oder einer- Ausstellungzurückkehrt. Nahen Sie schon die glänzenden, gierigen Augen de - "Menge verfolgt, welche die hell erleuchteten Fenster eines Warenhausesfast zu verschlingen scheinen? Haben Sie schon gesehen, wie dieBluffer-Annonce eines Kaufmanns Käufer wie die Fliegen hevanziehl,so daß die Türen des Geschäftes nur von Zeit zu Zeit geöffnet werdenkönnen, weil keiner abwarten kann, bis auch er zum Kaufen an dieReihe kommt? Das ist die Kunst des Kaufmanns, das Bedürfnis derMenge nach Neuem aufs höchste zu reizen. Die Kauflust und derNeuheitshunger greifen eben in das innerste Dasein eines jeden Menschenund sind l'asi die einzigen internationalen Charaktertype'rj aller Völker.Sowohl der Warenhausbesitzer, wie der billige Jakob kennen dieseschwächste Seite des Publikums. Heide bringen in ihrer Art immerneue Schlager, der eine im großen, der andere im kleinen. Das Publikumwird durch allerlei Reklametricks angezogen und das Geschäft wirddann spielend gemacht. Was ist, wie gesagl, die treibende Kraft dieserMassenhypnose? Allein die Lust, das Bedürfnis, die Notwendigkeit derMenge, etwas Neues zu sehen und zu kaufen. J)as Kind will ein neuesSpielzeug, um nichl hinter anderen Kindern zurückstehen zu müssen.Die Dame will eine Modeneuheit, um zu glänzen, oder eine Freundinauszustechen. Die Hausfrau, sowie der Mann wollen eine Neuheit für
ihren Beruf, um ein leichteres Arbeite» zu haben. Der Fabrikant willeine Neuheil,, um konkurrenzfähig zu bleiben. So hascht die ganze Well.nach Neuheilen, heute mehr, als je zuvor. Es wird gern mil Goldbezahlt, wenn auch auf der anderen' Seite ängstlich dafür gespartwerden muß.
Und wer eine Neuheit bringt und diese Neuheit richtig offeriert,ist der Mann, der Reichtümer erwerben kann.
Kennen Sie die Lebensgeschichte von Edison, dem genialen ameri-kanischen Erfinder, ein Mann, der sein Leben nichl, nach Jahren, sondernnach technischen Feldzügen rechnet? Im Jahre 1859 ein blutarmerZeitungsjunge, im Jahre L869 noch ein unbekannter Telegraphist, derohne einen Cenl in der Tasche in New-York nach einer Stellung sucht,die ihn vor Hunger und Not schützen soll, und im Jahre 1<S79 bereitsein weltberühmter Erfinder, ein Millionär, der eines der großartigstenLaboratorien der Well sein eigen nennt, und unter dem zu arbeiten, an-erkannte Größen der Wissenschaft sich zur Ehre rechnen. Energie undGenie mußten sich die Hand reichen, um auf dem Untergrund der ge-waltigen amerikanischen Verhältnisse ein solches Lebensschicksa) zuzimmern .Als Edison seine erste Erfindung an die Gold- und Stock-Telegraph-Compagny verkaufen wollte, fürchtete er, 5000 Dollar zu fordern,weil er durch diesen, ihm selbst zu hoch scheinenden- Preis das Geschäftnicht zerschlagen wollte, und bat den Leiter der Gesellschaft, selbst einGebot zu machen. Als er hierauf von dem Direktor Marshai] die Ant-
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