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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Du Sohn Italias? So wenig gilt

Das Gute dir, das nahe liegt? So sehr

Zur Ferne willst du schweifen? Bis zum Himmel

Kann dich beglückten Pilger aufwärts tragen

30 Ein kurzer Anlauf? Und du nimmst ihn nicht?Das ist zu arg! Willst du die Zeit erwarten,Bis wiederkehrt das Jubeljahr, die SonneZum zweitenmal auf ihrer HimmelsbahnDer Jahreskreise fünfmal zehn erfüllt

35 Und uns die Stunden wiederbringt, die jetztIn Torheit wir verlieren? Wer zum HimmelDie weite Reise machen will, hat Eile! %

Es drängt die Zeit, dich darf die Zukunft nicht,Die sorgenvolle, hindern, nicht das Schmeicheln

40 Der zartbesorgten Herzen dich umgarnen;

Der Mutter achte nicht, wenn sie die SchwelleDir flehend sperrt; des zarten Sohnes KufsSoll dich nicht rühren; lals den Vater weinen,Den hochbetagten; lafs im Wind verhallen

45 Betrübter Freunde Seufzer; nicht die Tochter,Erblüht in Jugend, schon des Gatten harrend,Des Bruders Liebe, zärtlich treue WorteDer bangen Schwester, ja, der Gattin Flehn,Das innig zarte,-------nichts mehr fessle dich!

50 Nein, schreite mutig über sie dahin!

Am Ziele winkt der höchste Lohn!-------

Ich weil's,Du brauchst die Mahnung nicht. Dem trauten HeimEnteilst du froh, und nimmer blickt dein AugeDarauf zurück. Den frommen Stab erfafst

55 Die Hand mit Eifer, und im Chor der Pilger,Die froh dich grüfsen, ziehst du mit nach Rom.Doch sprich, verschmähst du jetzt mich als Gefährten?Der beste Weg ist mir bekannt, auf ihmGeleit' ich gern, wer mit mir pilgern will.

60 Leb' wohl, o Welt, und alle Jugendfreuden,Bezwungne Lust des Fleisches, lebe wohl!