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Franz Petrarcas poetische Briefe
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24. Italia, mein Vaterland! 1 )

Willkommen, heil'ges gottgeliebtes Land,Wo Frevler zittern, Fromme sicher wohnen!Dir gleicht kein andrer, vielbesungner StrandAn Segen, Schönheit, Ruhm durch alle Zonen!

Vom Meer bespült im Ost und West zugleichLälst du dein Felsenhaupt im Äther glänzen;Du bist der Helden, du der Weisen ReichUnd freust dich doch an zarter Musen Tänzen.

Wie bist du stark durch Heldenmut und Gold!Natur und Kunst, vereinigt dich zu schmücken,Beschenkten dich mit Reizen wunderholdUnd lehrten dich, die Welt damit beglücken.

Dir eil' ich zu, nach langer Zeiten Lauf;

0, lafs bei dir ein bleibend Heim mich gründen!

Dem müden Manne tu die Pforten auf,

Lafs mich ein Grab in Frieden bei dir finden!

Nur soviel Erde, dafs den Leib sie deckt,Die gönne mir! Von hohem BergesrückenDer grünen Alm 12 ) zu FUfsen hingestrecktErschau' ich dich mit jubelndem Entzücken!

Der Nebel fällt, der Wind erhebt sich leis,Den Heimgekehrten schmeichelnd zu begrüfsen; -Du bist's, o Heimat! Aller Länder Preis!Dir, schöne Mutter, sinkt der Sohn zu Flifsen!

') Dor Dichter hatte sich in steigender Unzufriedenheit mit demLeben in Avignon zum endgültigen Verlassen dieses Ortes entschlossen(1353). War doch Laura schon 1848 gestorben und verwirklichten sichdoch auch die Hoffnungen nicht, die ihn an den Hof des Papstes zurück-geführt hatten. Von den Alpen aus erblickt er nun voll Wonne seingeliebtes Heimatland, bittet um gütige Aufnahme und begrüfst es alsseine schöne Mutter.

a ) Gebennä oder Cevennä, wie in den Ausgaben steht, ist eineungenaue Bezeichnung P.s fürAlpe", denn von den eigentlichenCe-vennen" aus kann man Italien nicht sehen.