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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Den Unverstand zum Kritikus gemacht;

Was gehn die Musen, was mein Lied dich an?

10 Denn lahmte gleich jedweder Vers, mir brächteDein Urteil keine Not, zum Himmel trügeMich doch der Genius, dein blödes AugeVermöchte nimmer solchen Flug zu schaun!Was gehn die Musen, was mein Lied dich an?

15 Es ward durch Himmelsweiten mein Gestirn

Geschieden von dem deinen; denn Saturn')Verlieh dir Geld und Gut und Geiz und Gier;Doch plumpen Geist und stumpfes, schwaches Hirn!Was gehn die Musen, was mein Lied dich an?

20 Doch ich, ich bin der Musen Freund; ich habeWas mir genügt; es glüht im Herzen rastlosDer Dichtung Feuer mir, und diese GabeDank' ich dem sanften milden Licht Merkurs. 2 )Was gehn die Musen, was mein Lied dich an?

25 Aus deinem Hause durch verruchte Satzung

Hast du Virgil und seine Zunft gewiesen,Des zeiht man offen dich; kein Diener wagtDie Namen nur zu nennen, und du selbstErklärst mit Stolz: Die Plato aus dem Staate

30 Dereinst verwies, verweis' ich aus dem Haus! :) )Was gehn die Musen, was mein Lied dich an?

Sie zu verjagen, wahrlich, tat nicht not;Sie waren immer fern; sie scheuten stetsDes Protzen Schwelle! Wolltest mit Gebet

85 Du jetzt sie rufen, traun, es war' umsonst!

J ) Auf den Planeten Saturn wurden die Eigenschaften des GottesSaturn übertragen; er gilt daher für ein mächtiges, aber unheilvolles Stern-bild. Da S. das goldene Zeitalter regiert haben soll, glaubte man, dafser Reichtum verleihe. Iloraz, Carm. II, 17, Virgil Aen. VIII, 319.

2 ) Merkur bildet hier als Freund der Sänger, denen er die Leierschenkte, den Gegensatz zu Saturn; wie Iloraz, Carm. II, 17 Jupiter. Auchhier sind die Eigenschaften des Gottes, der der Geber alles Guten für dieMenschen ist und besonders auch die Kedegabe verleiht, auf den PlanetenMerkur übertragen. Iloraz, Carm. 1, 10.

a ) Vgl.Literarische Fehden", v. 274 und Anmerkung.